Gut Versichert auf Reisen

Damit ein Zwischenfall im Urlaub nicht zum Schrecken ohne Ende wird!

Eine Versicherung soll bei Unfällen, Unglücken und sonstigen unschönen Zwischenfällen vor gröberem finanziellen Verlust schützen. Nicht mehr und nicht weniger. Doch welche Versicherungen sind wirklich nützlich und welche belasten nur unnötig die Urlaubskasse?

 Für gewöhnlich besteht bereits ein recht umfänglicher ganzjähriger Versicherungsschutz und das Schließen der wenigen Lücken bedarf somit nicht mehr viel. Um jedoch zu wissen, was noch fehlt, muss man wissen, was man schon hat. Andernfalls zahlt man mehr als nötig und im Schadensfall weiß man nicht was tatsächlich wo abgeschlossen wurde.

Vor dem Abschließen der Versicherung, egal ob über einen Versicherungsvertreter oder eigenständig im Internet, sollte man genau wissen, gegen was genau man sich versichert. Es reicht keineswegs auf den Namen einer bekannten Versicherung zu vertrauen, nur, weil die Marketingabteilung gute Arbeit geleistet hat. Es ist ganz wichtig die Bedingungen tatsächlich zu lesen und sich im Vorfeld unabhängig zu informieren, welche Fälle mit welchen Deckungssummen abgedeckt sein müssen und welche Fälle völlig überflüssig sind. Hier seien auch Vergleichsportale im Internet empfohlen, welche die Konditionen und Preise transparent gegenüberstellen. Da die Versicherung in der Regel nicht jedes Jahr gewechselt wird lohnt es sich also im Vorfeld einiges an Zeit zu investieren.

Des Weiteren gibt es im vielfältigen Versicherungsangebot vieles, was sich zwar gut anhört, aber eigentlich überflüssig und unnötig ist. Einen kurzen Versicherungs-Check bietet folgende Zusammenfassung.

Es ist verlockend, einfach ein Urlaubs-Versicherungspaket abzuschließen. Doch dabei ist Vorsicht geboten! Zwar scheinen sie gegen alle Eventualitäten abzusichern und quasi das Rundum-Sorglos-Paket zu sein. Leider sind die Konditionen der enthaltenen Versicherungen aber meist ungenügend gegenüber einzeln abgeschlossenen Versicherungen (z.B. Vollinvalidität bei Unfallversicherungen). Außerdem enthalten sie oft Leistungen, welche unnötig sind, da sie bei jedem Versicherten sowieso über eine ganzjährige Versicherung bereits abgedeckt sind. Man kann also davon ausgehen, dass ein fertig geschnürtes Paket mit Sicherheit nicht optimal auf den einzelnen Versicherten abgestimmt ist.
Zudem gelten Urlaubs-Versicherungspakete nur für einen begrenzten Zeitraum. Danach ist man wieder schutzlos und vor der nächsten Ferienreise geht alles von vorn wieder los. Das kostet unnötig Zeit und unnötiges Geld: Denn nicht nur vom Leistungsaspekt her sind derartige Pakete ungünstig, da sie nutzlose Bausteine beinhalten. Auch kosten massig sind sie in der Regel überteuert.

Daher lautet die Devise: Die wichtigsten Urlaubsrisiken sind sinnvoller auf das ganze Jahr umzulegen und dauerhaft zu versichern.

Krankenversicherung

Eine Krankenversicherung kostet nicht viel, ist jedoch für jede Auslandsreise empfehlenswert. Deutschland hat mit vielen außerhalb der EU liegenden Ländern kein Sozialversicherungsabkommen. Gerade in Australien, Amerika und vielen Destinationen in Asien müssten die Krankheitskosten daher aus eigener Tasche bezahlt werden. Diese sind in Amerika oft 4-fach so hoch, wie in Europa. Aber auch wenn das Sozialversicherungsabkommen im Urlaubsland besteht, orientiert sich die gesetzliche Krankenversicherung bei der Rückerstattung in der Regel an den deutschen Sätzen. Auf dem Rest würde man dennoch sitzen bleiben.
Generell sollte auch der Rücktransport im Falle eines schweren Unfalls extra versichert sein, da diese Kosten ebenfalls grundsätzlich nicht von der gesetzlichen Kasse getragen werden.
Auslandskrankenversicherungen bieten oft auch eine Notrufhotline an, über welche man sich informieren kann, wo im Ausland der nächste Arzt zu finden ist.

Gepäckversicherungen sind eher überflüssig, da in den meisten Fällen letztendlich nicht gezahlt wird, in denen es der Versicherte erwartet. So wird dem Geschädigten häufig grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen, was schwer zu wiederlegen ist bzw. deren Definition sehr dehnbar ist. Auch sind die wirklich wertvollen und wichtigen Dinge wie Handy, Fotoapparat, Geld, Tickets, … nicht von der Versicherung abgedeckt. Man sollte außerdem wissen, dass beim Verlust des Fluggepäcks der Reisende bis zu einer bestimmten Summe von der Fluggesellschaft versichert ist und beim Einbruch in das Hotelzimmer die heimische Hausratversicherung eintritt.

Haftpflichtversicherung

Eine Haftpflichtversicherung sollte jeder ganzjährig abgeschlossen haben. Diese ist weltweit gültig und einen Zusatz braucht man nur unter bestimmten Umständen: oft sind Schäden an gemieteten Sachen ausgeschlossen. Falls Ferienhäuser und -wohnungen explizit inbegriffen sind, gilt dies oft nur für fest eingebaute Bestandteile. Es ist deshalb ratsam den Umfang der privaten heimischen Haftpflichtversicherung vor der Reise schriftlich abzuklären.

Unfallversicherung

Auch die Unfallversicherung gilt weltweit und sollte bereits bei jedem ganzjährig bestehend sein. Lediglich wenn diese nicht vorhanden ist oder bei riskanten Sportarten muss eine Reiseunfallversicherung abgeschlossen werden.

Bei der Miete eines Autos im Ausland, vor allem in südosteuropäischen Ländern sowie den USA, ist eine Mietwagen-Unfallversicherung sehr zu empfehlen. Die Deckungssumme der Haftpflichtversicherung, welche Vorort mit der Miete abgeschlossen werden kann, richten sich nach der im jeweiligen Land üblichen Mindestsumme. Da ein Verkehrs- oder gar ein Personenschaden deutlich über dieser Mindestsumme liegt, haftet für die Differenz der Versicherte mit seinem Privatvermögen. Erhältlich ist eine derartige Zusatzhaftpflichtversicherung bei den meisten KfZ-Versicherungen, dem ADAC sowie großen Autovermietern.

Je nachdem, wie teuer die Reise ist und wie weit sie im Voraus gebucht wurde, kann man auch darüber nachdenken, eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen. Ist der Rücktrittsgrund ein gesundheitlicher, muss ein Attest vom Arzt vorgelegt werden. Wird die nicht angetretene Reise mit einer schweren Vorerkrankung begründet, welche zum Zeitpunkt des Abschlusses der Versicherung schon bestand, wird die Versicherung, ähnlich wie bei der Auslandsreisekrankenversicherung in diesem Fall nicht zahlen.

Fazit

Alle Versicherungen nützen nichts, wenn am Ende der Überblick nicht mehr da ist, was wo versichert wurde. Deshalb ist es unabdingbar eine Übersicht über die abgeschlossenen Policen mit sich zu führen. Dies kann analog oder digital im Handy oder im Mailpostfach gemacht werden oder man hinterlegt sie bei einer Person des Vertrauens. Folgendes sollte inklusive Telefon-, (Notfall-) und Versicherungsnummern aufgeführt sein:

  • Auslandskrankenversicherung
  • Haftpflichtversicherung
  • Unfallversicherung
  • Kartensperrruf für EC- und Kreditkarte

Versicherungen verlängern sich in der Regel automatisch. Wer sich den Kündigungstermin mit entsprechender Kündigungsfrist in seinen Kalender einträgt, wird rechtzeitig daran erinnert zu überprüfen, ob die Notwendigkeit dieser Versicherung noch gegeben ist oder mehr bzw. andere Leistungen benötigt werden.

Die wichtigsten Punkte noch einmal zusammengefasst:

  1. Versicherungen sollten nur gegen den finanziellen Ruin schützen
  2. Haftpflichtversicherungen und Krankenversicherung sind nicht nur auf Reisen sehr wichtig
  3. überflüssige Versicherungen vermeiden
  4. die Versicherungsbedingungen sollten trotz persönlicher Beratung gelesen werden