Man sagt es von so vielen Orten. Und auf Venedig trifft es auf jeden Fall auch zu: Man muss diese Stadt einfach mal gesehen haben. Sie ist einzigartig und sehenswert. Verwunderlich und liebenswert. Sie begeistert und lässt einem staunen. Venedig ist definitiv eine Reise wert.

Ist diese Märchenreise auch mit Kindern möglich?

Die Lagunenstadt funktioniert komplett anders, als alle anderen Städte. Schon deshalb, weil sie autofrei ist. Alles, was transportiert werden muss, läuft ausnahmslos über den Schiffs- oder Bootsverkehr. Alles andere wäre auch nicht möglich, da ausser den Kanälen nur enge Gassen zur Verfügung stehen, welche mit unzähligen Brücken die Wasserstrassen queren.

Autofreie Strassen und Plätze sind die beste Voraussetzung, wenn man mit Kindern unterwegs ist: Hier kann überall Ball gespielt werden (es sei denn, das Touristenaufkommen ist zu hoch). Kinder können sich, ausser in unmittelbarer Nähe der Kanäle, immer frei bewegen. Sobald Wasser in Sicht ist, können sie an die Hand genommen und staunend dem Treiben der Boote und Schiffe zugeschaut werden.

Doch was für den Autoverkehr gilt, gilt auch für Kinderwagen: das Befahren der engen Gassen und überwinden der vielen Brücken ist zwar nicht unmöglich, aber sehr anstrengend und nervig.

Besucht man Venedig, wird man als erstes den Canale Grande befahren. Dieser bis zu 70m breite Kanal schlingt sich in S-Form als Hauptwasserstrasse durch Venedig. Er beginnt mehr oder weniger am Bahnhof von Venedig und führt, gesäumt von eindrucksvollen Palästen, hindurch unter der Rialtobrücke und vorbei an der prächtigen Santa Maria bis zum Markusplatz. Dem lebhaften Treiben auf dem Kanal könnte man ewig zuschauen: Neben den Linienbooten (vaporetti), welche den öffentlichen Personennahverkehr stellen, sind häufig Bootstaxis (motoscafi) sowie Gondeln auf den glitzernden Wellen unterwegs. Setzt man sich auf einen der Stege oder eine Treppe entlang des Kanals, könnte man fast die Zeit vergessen… Noch mehr lässt sich Venedig vom Boot aus entdecken. Die prachtvollen Bauwerke entlang beider Ufer des Kanals lassen einen einfach nur staunen. Sie zeugen vom Prunk der Vergangenheit und beflügeln die Fantasie, was sich wohl hinter den geheimnisvollen Fassaden verbirgt.

Märchenhaft geht es auf dem Markusplatz weiter. Schon von aussen ist der Markusdom aussergewöhnlich. Seine aufwändige und vielfältige Fassade lädt zum Entdecken und Staunen ein. Dies ist ein Vorgeschmack auf das absolut sehenswerte Innere der Basilika. Wie bei allen Sehenswürdigkeiten in der Stadt empfiehlt sich, am Morgen oder am Abend ein Besuch abseits der grossen Touristenmassen.

Der Markusplatz selbst gilt als Gesamtkunstwerk. Ordnungshüter setzen hie das Einhalten einiger Verhaltensregeln durch, welche dem Ort die gewünschte Würde verleihen sollen. Neben dem selbstverständlichen Sauberhalten des Platzes wird darauf geachtet, dass weder selbst mitgebrachte Speisen und Getränke konsumiert werden, noch Spiel- oder Sportgeräte (inklusive Fahrrädern) benutzt werden. Es darf sich nur an explizit ausgewiesenen Plätzen hingesetzt werden und das Tragen von Badebekleidung ist ebenso verboten wie laute Musik.

Wer herausfinden möchte, wieviel man für einen Kaffee oder Espresso bezahlen kann, sollte sich in eines der Cafés auf dem Markusplatz setzen. Und vielleicht ist der Genuss, das Flair und die Livemusik ja den Preis wert?

Ebenfalls lohnenswert ist der Ausblick vom Campanile, dem Wahrzeichen von Venedig. Mit einem Aufzug wird man bequem hinaufbefördert und erhält einen wunderbaren Ausblick auf den Markusplatz, die gesamte Stadt sowie die umliegenden Inseln. Durch das Meer aus Dächern erhält man einen Eindruck davon, wie eng Venedig bebaut ist. Bei guter Sicht kann man am Horizont sogar die Gipfel der Alpen sehen.

Um die Stadt für sich zu entdecken und zu erleben muss man einfach in das Meer aus Dächern abtauchen und sich durch die Gassen treiben lassen. Wie durch ein Labyrinth schlängelt man sich durch die schmalen Häuserschluchten vorbei an einladenden Geschäften, Cafés, Bars, kleinen Plätzen und versteckten Kirchen. Fast könnte man sich verlieren, während man auf den Brücken stehend den Gondoliere bei der Arbeit zuschaut, die Auslagen der Schaufenster oder die vielfältigen Angebote in den Speisekarten der Restaurants studiert. So kann man herrlich die Seele baumeln lassen.

Murano, Burano und Lido

Venedig vorgelagert liegen einige Inseln, welche mit dem Venedig Pass bequem per Vaporetto erreicht werden können und sich hervorragend für Tagesausflüge anbieten.

Murano ist bekannt für seine Glasindustrie. Während man schon in den Auslagen diverser Geschäfte in Venedig die beeindruckende Vielfalt an Glaskunst bestaunen kann, hat man in Murano die Möglichkeit in unzähligen Ateliers bei der Herstellung über die Schulter zu schauen. Dieses faszinierende Handwerk ist auch für Kinder spannend, denn man hautnah miterleben, wie durch geniale Methoden in überschaubarer Zeit Schönes entsteht. Natürlich werden die individuell in Handarbeit erstellten Stücke in unterschiedlichen Designs auch zum Verkauf angeboten, so dass für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte. Einen Einblick in die historische Glasproduktion von Murano gibt zudem das Glasmuseum.

Ebenfalls bekannt und beliebt ist Burano. Die meisten Urlauber kommen wahrscheinlich nicht (nur) wegen der kunstvoll geklöppelten Spitze, welche hier hergestellt wird und ebenfalls vielerorts käuflich zu erwerben ist. Burano ist auch wegen seines Erscheinungsbildes ein Besuch wert, denn die Kanäle, in welchen farbige Fischerboote angelegt haben, sind von bunt getünchten Häusern gesäumt. Ob als ideales Fotomotiv oder einfach zum geniessen, flanieren und dran erfreuen: diese fröhliche Kulisse macht einfach Spass! Beim Spazieren durch die Strassen und über die Brücken von Burano entdeckt man immer wieder andere Szenen, welche man am liebsten festhalten möchte. Sei es eine üppige Blumenpracht, welche die leuchtend bunten Häuser zusätzlich schmückt, Alltagsszenen von urigen Ureinwohnern zwischen all den Touristen oder einfach das perfekte Zusammenspiel der Farben und der Spiegelung in den Kanälen.

Neben einigen weiteren Inseln, auf welchen man hervorragend die Abgeschiedenheit und Natur geniessen oder auch Kunst und Kultur erleben kann, ist die langgestreckte Insel Lido ein häufig angesteuertes Ziel. Auf knapp 12km lockt die Insel mit ihrem Strand zur Adria hin. Hier ist ein Ort, um sich an der frischen Luft zu bewegen, schwimmen, joggen oder reiten zu gehen, sich ein Fahrrad auszuleihen oder eine Partie Golf oder Tennis zu spielen. Der Möglichkeiten sind viele, der Lido bietet für alle etwas an. Während die Insel vor 100 Jahren noch als Refugium der Sommerfrische für die obersten Zehntausend diente, ist von ihrem damaligen Glanz ausser einiger prunkvollen Hotels nicht mehr allzu viel zu sehen. Um den Bedürfnissen der breiten Masse an Touristen zu dienen, prägen inzwischen Souviniershops und Pizzerien das Bild.

Ein Grossteil der Strände, gerade im vorderen Bereich, ist kostenpflichtig. An den Strandhütten kann man beispielsweise für den ganzen Tag vom Strandtuch über den Liegestuhl bis hin zu Sonnenschirm oder kleinen Strandhütten alles mieten, was einem zum perfekten Tag am Strand fehlt. Etwas weiter links kommen auch öffentliche kostenfreie Strände, welche jedoch häufig dementsprechend überlaufen sind. Nichts desto trotz ist Lido ein beliebter Ort, der oft von Familien aufgesucht wird, um am sehr flach ins Wasser abfallenden Strand zu spielen oder den Spielplatz am Planetarium am Lungomare D’Annunzio aufzusuchen.

Venedig mit Kindern

Spielplätze gibt es generell kaum in Venedig. Wir haben einen im Giardino Papadopoli Park entdeckt, welcher in der Nähe des Bahnhofs liegt und wo man sich auch sonst gut vom Trubel der Stadt erholen kann. Weiterhin sind Spielplätze in Sant´ Elena, direkt hinter der gleichnamigen Vaporetto-Station zu finden, sowie für kleinere Kinder bei der Biennale im Parco Sauvignan. Ein sehr kleiner und bescheidener Spielplatz ebenfalls für kleinere Kinder ist auf Burano an der Str. di Corte Comare im Westen der Insel.

Doch auch ohne Spielplatz ist Venedig alles andere als langweilig! Eine Entdeckungstour durch den Dogenpalast bis zu den Verliessen oder der Besuch des Schifffahrtsmuseums mit interessanten historischen Ausstellungsstücken sind bei gutem und schlechtem Wetter zu empfehlen (Kathedrale oder Dogenpalast möglichst am Morgen oder Abend besuchen, um nicht stundenlang anzustehen). Zudem können sich die Kinder, wenn nicht gerade in unmittelbarer Nähe der Kanäle, im grössten Teil der Stadt völlig frei bewegen, da es keinen Autoverkehr gibt. Auf den kleinen Plätzen wie die Campi San Polo, Santa Margherita und Giacomo dell’Orto kann zudem problemlos auch mal der Fussball ausgepackt werden und vielleicht trifft man hier auch auf einheimische Kinder, welche sich über Spielgefährten freuen.

Die Stadt selbst hat so viel, was es zu entdecken gilt. Zum einen ist es spannend zu beobachten, wie eine Stadt tickt, wenn kein Transport mit einem Fahrzeug an Land möglich ist: von der Müllabfuhr über die Polizei bis hin zum Baukran – für alles gibt es eine Lösung in Form eines Bootes. Zum anderen laden die vielen zum Kauf angebotenen Fastnachtsmasken oder kunstvollen Glastiere am Wegesrand zum Staunen und Träumen ein. Die verschiedenen Strassenkünstler sind ebenfalls ein Grund zum Verweilen.

Zudem sind Bootsfahrten sind immer etwas aufregendes und dass man in Italien oft nicht wiederstehen kann, wenn wunderbar cremiges oder erfrischendes Eis angeboten wird, erfreut die kleinen Mitreisenden sowieso.

Unsere Top 9 Tipps für Venedig

1 Eine Fahrt mit einer Gondel ist eigentlich ein Muss. Ca 80 Euro für 45 min ist natürlich ein stolzer Preis. Für 2 Euro hat man zumindest die Möglichkeit mit einer Gondel den Canale Grande zu überqueren. Es gibt an einige Stellen, an denen der Gondelservice der Stadt Venedig genutzt werden kann. Die Fahrt dauert ca 5 min und hat nicht den romantischen Flair einer richtigen Gondelfahrt aber es ist eine sehr günstige Variante in Venedig Gondel zu fahren.

2 Unseren perfekte Eisladen haben wir leider erst am letzten Tag gefunden. “Majer Venezia” in der Strasse Calle Larga Rossa. Eigentlich wollten wir auf Empfehlung den Eisladen Gelato Di Natura genau gegenüber ansteuern, welcher aber noch geschlossen hatte.  Majer Venezia können wir wärmsten Empfehlen und es ist einer der besten Eisläden in welchem wir jeweils waren.

3 Der Markusplatz bei Sonnenaufgang. Man sollte nicht denken, dass man um 5 Uhr keine Menschseele antrifft, aber der Sonnenaufgang bringt eine ganz besondere Stimmung an diesen Ort. Die Brücke Ponte dell’Accademia eignet sich ebenfalls für Sonnenaufgangsfotos.

4 Den Buchladen “Libreria Acqua Alta” muss man gesehen haben. Es gibt Innen auch eine schöne Leseecke direkt am Kanal.

5 Die farbenfrohe Insel Burano. Beim Fährterminal F.te Nove fährt man ca 40 min bis nach Burano.

6 Der Dogenpalast. Er ist eines der ersten Gebäude Venedigs und zeigt eindrücklich die Geschichte der Venezianischen Regierung.

7 Es gibt keinen besseren Ort  Venedig von oben zu sehen als vom Markusturm.

8 Der Venedig Pass. Ob ein, zwei oder drei Tage. Der Pass kann am Flughafen oder Bahnhof gekauft werden und lohnt sich total.

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