Tasmanien – Einer der schönsten Teile Australien

Tasmanien – das sind tolle Strände, glasklare Seen umgeben von mächtigen Bergen, faszinierende Nationalparks, Wildlife pur und natürlich der Tasmanische Teufel. Bei so viel Natur schien es uns am cleversten, einen Campervan zu mieten um den kleinsten australischen Staat hautnah zu erleben.

Hobart und Cradle Mountain National Park

Wir haben uns insgesamt reichlich 2 Wochen Zeit dafür genommen und unsere Reise in der Hauptstadt Hobart begonnen. Hobart liegt direkt am Meer und bei tollem Wetter ist der Mt Wellington, von dem aus man die ganze Stadt überblicken kann, ein absolutes Muss. Leider liess dies jedoch auf sich warten. Unsere 2 Tage in Hobart bekamen wir dennoch ganz gut mit Besuchen bei unserern schottischen Freunden, Stadtbesichtigung und Botanischem Garten rum. Glücklicher Weise lichtete sich kurz vor unserem Aufbrechen in den ersten Nationalpark nochmal die Wolkendecke und wir konnten die wahnsinns Aussicht auf Hobart und Umgebung geniessen.

Für die weitere Reise haben wir uns ein Campervan ausgeliehen, welches nun unser neues Zuhause auf Zeit werden sollte. Wir hatten die Möglichkeit drin zu kochen und konnten abends Tisch und Bänke zu einem beqemen Nachtlager umbaun. Ideal!!

So steürten wir also den Cradle Mountain National Park an, welcher bekannt für seinen glasklaren See St Clair und jeder Menge Berge ist. Schon beim hineinfahren machten uns Verkehrsschilder auf das Vorkommen von Echidnas (Schnabeligel) und Wombats aufmerksam, so dass unsere Hoffnung einem von beiden zu begegnen bei jedem Knacken im Gebüsch grösser wurde. Wir übernachteten auf einem Campingplatz zwischen Wallabies und genossen am nächsten Tag eine echt tolle Wanderung durch die unterschiedlichsten Vegetationsarten Australiens. Vom feuchten Regenwald bis hin zu karger Hochgebirgsbuschlandschaft. Leider kreuzte jedoch weder Echidna noch Wombat unseren Weg. Dafür jedoch weitere Wallebies, verrückt kreischenden Vögel, kleine Echsen,  

Noch am selben Tag ging es weiter an die Westküste Tasmaniens. Hier hielten wir uns nicht sehr lange auf, denn die durch Erzmienen geschundene Landschaft war für uns eher traurig anzuschaün. Eigenartiger Weise wird jedoch versucht daraus eine Touristenattraktion zu machen. Bei uns hatte es nicht gewirkt.

boat harbour beach

Nordküste – Narawntapu National Park

Um so freundlicher empfling uns jedoch die Nordküste. Unser erster Stop war in Boat Harbour Beach: weisser Strand, türkiesfarbenes Wasser, rote Steine, blaür Himmel. Wahnsinn! Das hatten wir nicht erwartet und eigentlich sind wir nur hierher gekommen, weil wir den Tip von einer netten holländischen Dame aus der Information hatten.

Wir sind absolute begeistert, klettern und kraxeln auf den roten Steinen rum und da es die Sonne so richtig gut mit uns meint, lassen wir es uns nicht entgehen auch baden zu gehen. Für uns ist das ein absoluter Traumstrand und ein echter Geheimtip!

Weiter gehts nach Devenport. Im Reiseführer haben wir ein Bild von einem tollen Leuchtturm gesehen. Und den wollten wir suchen. Das war aufgrund fehlender Informationen nicht ganz unkompliziert und eigenartiger Weise hatten alle Informationen halb 5 schon geschlossen. Wir haben ihn aber trotzdem gefunden und somit wurde er für uns zum Highlight (im wahrsten Sinne des Wortes). Auch hier gibt es diese tollen roten Steine und wir konnten es auch hier nicht lassen ausgiebig unserer Kletterlust nachzugehen. Während wir den Blick über das weite Meer schweifen liessen, haben wir sogar Robben entdeckt!

Unser Tagesziel war der Narawntapu National Park. Er ist nur über eine Dirtroad zu erreichen, was mit unserem Campervan nicht gerade ein Vergnügen war. Dafür war es um so toller anzukommen und mit jeder Menge Wildlife belohnt zu werden. Nach einem BBQ in australischer Abenddämmerung, brachen wir auf zu Fotostreifzügen durch das savannenartige Gebiet. Das war für uns Australien pur! Jede Menge Kängurus und Wallebies grassten im Schein der untergehenden Sonne. Und zu unserem grossen Glück entdeckten wir sogar einen Wombat! Das war ein riesiges Ereignis für uns und wir waren einfach nur glücklich! Mit einem Lächeln im Gesicht schliefen wir diesen Abend, weit entfernt von jeglicher Zivilisation, unter einem atemberaubenden Sternenhimmel ein.
Und da uns die australische Fauna absolut fasziniert und reizt, sind wir am nächsten Morgen noch vor Sonnenaufgang aus unserem Campervan gekrochen und haben uns mit Fernglas und Fotoapparat bewaffnet in die weite Grasslandschaft begeben. Für uns war es ein unheimliches und unvergessliches Erlebnis den Kängurus, welche immerhin bis zu 1,70 m Sitzhöhe erreichen können so nah zu kommen. Ausserdem erspähten wir einen weiteren Wombat! Und als Kröhnung tappste ein Miniwombat gerade als wir unser Frühstück vorbereiteten direkt an Ronalds Füssen vorbei über den Campingplatz. Was für ein perfekter Tag!

leuchtturm devenport
Narawntapu National Park
sonnenuntergang tasmanien

Bay of Fires

Unser heutiges Tagesziel war der Mt William Nationalpark im Nordosten von Tasmanien. Auch dort soll, da ebenfalls sehr abgeschiedene Lage, Wildlifeviewing sehr gut möglich sein. Mit einigen wenigen Stops, zum Beispiel an einer der grössten Lawendelfarmen Australiens (leider war gerade keine Blütezeit), fuhren wir voller Vorfreude in Richtung Osten.

Irgendwann wurden die Ortschaften immer kleiner, die Strassen schlechter und der Verkehr ging gegen Null. Wie wir es vom Vortag her kannten ging die Strasse in eine Dirtroad über, welche nur leider heut in einem etwas schlechteren Zustand war. Nach dem wir uns ca. 5 km bei max Tempo 30 die Strasse entlangequält hatten und realisierten, dass es noch 25 weitere Kilometer sind, musste wir schweren Herzens eingestehen, dass wir das nicht machen können. Eigendlich dürfen wir mit diesem Auto überhaupt nur auf geteerten Strassen fahren. Wir waren unheimlich enttäuscht, aber Weiterfahren hätte einfach keinen Sinn gemacht.

Also hielten wir nun Kurs in Richtung Bay of Fires. Irgendwo auf dem Weg dorthin wollten wir uns einen Campingplatz suchen um den restlichen Weg am darauffolgenden Tag fortzulegen. Irgendwie hatte aber jeder Campingplatz etwas, was uns störte oder war zu teür und so fuhren wir weiter und weiter und es wurde immer dunkler. Als wir dann doch noch an der Bay of Fires ankamen hatten wir das Problem, dass an den Rezeptionen keiner mehr da war und wir gar nicht mehr wussten, wohin. Eigendlich haben wir ja einen Campervan und können überall übernachten. Wenn es jedoch stockdunkel ist, ist es sehr schwer einen geeigneten Patz zu finden, denn direkt ander Strasse möchte man ja auch nicht stehen. Nach ewigem Rumgesuche haben wir einfach auf einem Parkplatz am Meer neben den Toilettenhäuschen geparkt und gehofft, dass die Polizei nicht vorbei kommt, denn die meisten Parkplätze mit Toilette sind nur für die Nutzung während des Tages gedacht.

Nach einer eher schlechten als rechten und ausserdem viel zu kurzen Nacht sind wir recht zeitig aufgestanden und mussten feststellen, dass wir heut wohl einen Regentag erwischt haben. Die Motivation war also nicht die beste, als wir uns an die Binalong Bay begaben (welche bei Top-Wetter der absolute Wahnsinn ist) um einen Platz zum Frühstücken zu finden. Als wir einen gefunden hatten und doch mal kurz zum Meer vor schauten, waren wir überweltigt. Klar, fehlte eingendlich die Sonne und der strahlend blaü Himmel. Dafür erwartete uns ein wild tosendes und brausendens Meer, welches die riesigen Wellen spektakulär an den tollen roten Felsen zerschellen liess, dass es nur so spritzte. Absolut Wahnsinn! Man konnte sich kaum satt sehen, die mächtigen Wellen liessen sich nur schwer im Foto bannen.

Nach einem Besuch der Touristeninformation erfuhren wir, dass es in St Helens eine kostenlose, öffentliche Dusche gibt. Ausserdem gibt es rund um die Ortschaft und entlang der Bay of Fires mehrere kostenlose Campingplätze, die halt nur mit Plumsklo ausgestattet sind. So macht das Wildcampen irgendwie Sinn! Die nächste Nacht verbrachten wir also direkt am Meer, Schlafzimmer mit Meeresblick!
Da der Wetterbericht eigentlich keine Besserung voraussagte wollten wir am nächsten Morgen gar nicht richtig aufstehen. Als wir uns dann aber doch überwunden hatten, waren wir überrascht: blaür Himmel und Sonnenschein! Also noch vor dem Frühstück mit Fotoapparat bewaffnet runter an die Bay of Fires gestürzt. Was für ein krasses Wetter! Wir hatten immer ca. 10 min Sonne, einen kurzen Schaür und schon wieder Sonne. Echt genial, so konnten wir tolle Regenbögen sehen und die wahnsinnig tollen roten Felsen zusammen mit dem türkiesfarbenen Meer geniessen.
Zum Frühstück direkt am Meer suchten wir uns eine Stelle, an der wir ganz alleine waren. Wir packten unsere Sachen zusammen und wollten gerade mit Campingstühlen und Klapptisch runter zum Meer, als ein Auto hielt. Die drei lauten Italiener dachten wohl, sie würden was verpassen und stürmten mit ihrem Fotoapparat an den Strand. OK, warten wir halt kurz. Aber wo zwei Autos stehen, muss etws ganz besonders tolles am Strand sein. Nur zwei Minuten später parkten schon zwei weitere Autos und wir gaben diese Stelle schweren Herzens auf. Es war nicht schwer eine neue Stelle zum Frühstücken zu finden, aber da 10 min Sonne schon wieder um waren, nahmen wir dieses im Auto ein.

wohnzimmermeerblick
tasmanien strand
tasmanien strand

Freycinet National Park

Das aktuelle Tagesziel lautete Freycinet National Park. Diesen erreichten wir über einen Umweg über den Elephant Pass (ausdrücklicher Wunsch von Franzi, denn hier gibt es Elephant Pancakes!!!! Hmmmm).

Im Nationalpark angekommen mussten wir feststellen, dass der Campingplatz leider ausgebucht ist, was für uns wieder Wildcampen bedeutet. Leider ohne kostenlose öffentliche Dusche im Ort.
Das absolute Highlight des Freycinet National Parks ist die Wineglassbay (Prost!). Wir entschliessen uns noch am Tag unsere Ankunft hoch zum Outlook zu laufen, und werden mit einem tollen Blick auf den tollen weissen Strand belohnt!

Am nächsten Tag freün wir uns schon auf den frei gewordenen Patz auf dem Campingplatz und die warme Dusche. Leider gehören zu diesem Campingplatz aber nur kalte Duschen. Ich schätze die Tagestemperaturen zu dieser Zeit auf max 18 Grad! Nachts sin des mit Sicherheit weniger als 10.
Wir suchen uns wieder einen schönen Platz mit guter Aussicht zum Frühstücken. Als wir auf dem Parkplatz vor dem Cape Tourville Leuchtturm stehen und gerade den Gaskocher anschmeissen hält neben uns das selbe Auto vom Vortag und die selben lauten Italiener mit ihren Camaras stürmen aus dem Auto. Die Welt ist so klein

Wir haben uns natürlich nicht damit zufrieden gegeben die Wineglass Bay vom Lookout aus gesehen zu haben. Da sie nur über eine ca 2h Wanderung erreicht werden kann, packen wir uns Lunch ein und laufen los. Dieser Strand wird al seiner der schönsten der Welt gehandelt, vielleicht liegst am bedeckten Wetter, dass wir dies nicht unbedingt unterschreiben würden. Trotzdem war unser Besuch dort unvergesslich, denn wir entdeckten ein Wallabie am Strand! Und das war richtig zutraulich! Leider nutzen das viele Menschen um es zu füttern, was das Wallabie aber krank macht.
Unser Weg führte uns weiter zur Hazards Beach. Gerade als wir diese erreichten kam die Sonne raus und wir waren verzaubert von der Schönheit dieses Strandes! Die Hazard Beach liegt in der Oyster Bay, so dass überall die grossen weissen Austernmuscheln herumlagen. Das hatten wir so zuvor noch nicht gesehen. Diese Wanderung war wirklich toll und führte uns immer entlang der Küste mit tollen Aussichten aufs Meer und das gegenüberliegende Ufer zurück nach Coles Bay.

Unseren letzten Tag im Freycinet National Park wollten wir dafür nutzen, den Mt Amos zu erklimmen, da man von dessen Gipfel den genialsten Blick auf die Wineglass Bay und Hazards Beach haben muss. Schon nach wenigen Kilometern kamen wir an ein Schild, welches auf schwierige Wegbedingungen hinweist. Naja, wir wandern ja nicht zum ersten mal. Nur kurze Zeit später müssen wir feststellen, dass wir solche Wege doch noch nie langgewandert sind. Naja, Wege ist übertrieben. Man folgt über steile Felsflächen der Wegmarkierung, später klettert und kraxelt man von einem Richtungspfeil zum nächsten. Einfach irre und nicht gerade ungefährlich. Es gibt weder Tritte noch etwas zum festhalten, eigentlich einfach kein Wanderweg. Glücklicher Weise merkt man während des Aufstieges die Anstrengung nicht, denn die Aussicht wird mit jedem Höhenmeter atemberaubender. Nach 1 1\2 Stunden haben wir dann unser Ziel erreicht. Vom Gipfel aus haben wir einen grandiosen Blick auf die Wineglass Bay, auf die Hazards Beach, auf Coles Bay und den gesamten Freycinet National Park. Wir sitzen nur da und geniessen den Ausblick. Das hat sich gelohnt!
Dann geht es an den Abstieg. Noch auf dem Weg nach oben habe ich festgestellt, dass dieses Wanderung nix für einfache Turnschuhe ist. Auch für Kinder oder ältere Menschen ist es eher ungeeignet. In allen 3 Punkten werde ich während des Abstieges eines Besseren belehrt

tasmanien berge
kangeruh strand
wineglass bay
kangeruh strand

Tasman National Park

Der letzte National Park auf unserer Reise sollte der Tasman National Park auf der Port Arthur Halbinsel sein. Die letzte Etappe unserer Reise und auch die letzte Chance auf Tasmanien den Echidna in freier Wildbahn zu entdecken.

Wir haben bei verschiedenen Rangern nachgefragt, wo wir am besten einen Echidna beobachten könnten. Als Antwort bekamen wir: direkt neben der Strasse, im Strassengraben. Während Ronald uns also durch ganz Tasmanien schoffierte, scannte Franzi quasi die Strassengräben nach Echidna ab. Das war nicht nur ermüdend, da einfach keiner zu sehen war, sondern auch unschön, da wir noch nie so viele totgefahrene Tiere am Strassenrand haben liegen sehen, wie auf Tasmanien.
Auf unserem Weg zum Campingplatz nahe Port Arthur sahen wir plötzlich ein Auto am Strassenrand halten und wenige Meter dahinter: ein Echidna!!!! Also schnell den Fotoapparat geschnappt und raus gestürmt! Wahnsinn! Diese eigenartigen Kreaturen haben Fell und da drin einige lange Stacheln. Sie schnüffeln mit einem langen röhrenartigen Schnabel im Boden nach Nahrung. Leider hat sich dieses Exemplar uns nur von hinten gezeigt.

Der Tasman National Park ist bekannt für seine einzigartigen Steilküsten. Hier hat das Meer wirklich tolle Formationen geschaffen. Angefangen von Felsbögen über Blowholes bis hin zu einer Art gepflasterten Gehweg direkt am Strand! Wir haben eine wunderschöne Wanderung mit tollen Ausblicken gemacht, leider haben wir aber weder Delfine oder Robben gesehen.

Auf dem Weg zurück nach Hobart haben wir uns noch den historischen Ort Richmond angesehen. Dort kann man neben der ältesten Steinbrücke und der ältesten Kirche Australiens auch wunder schöne historische und liebevoll restaurierte Häuser besichtigen.

Nun fehlte uns nur noch der Tasmanische Teufel. Dieser ist sehr schwer in freier Wildbahn zu sehen, da sich die Bestände in den letzten Jahren aufgrund von einem Gesichtstumor stark dezimiert haben. Außerdem ist er nur nachts aktiv. Also blieb uns nur noch die Möglichkeit einen Wildpark zu besuchen, wo Tasmanische Teufel gezüchtet werden. Da sich die Preise dafür jedoch exorbitant entwickelt haben, entschieden wir uns lieber, uns in die Sonne zu legen und lediglich vom Tasmanischen Teufel zu träumen.

Wir hatten eine richtig tolle Zeit auf Tasmanien und wir können bestätigen, dass es einer der schönsten Staaten Australiens ist!