Der Gurt in Flugzeugen kann tödlich sein!

Doch es gibt eine Lösung.

Bei entsprechender Vorinformation und Vorbereitung ist das Fliegen mit Kindern grundsätzlich kein Problem. Je nachdem, wie alt sie sind und wie weit der Flug ist, gestaltet sich der Flug jedoch unterschiedlich.

Babys bis zwei Jahre zahlen nur einen geringen Betrag (ca. 10% des Vollpreises), reisen dafür jedoch auf dem Schoss eines erwachsenen Reisebegleiters, gesichert durch einen zusätzlichen Beckengurt „Loop-Belt“, welchen man vom Bordpersonal erhält.

Das Anschnallen von Kindern bis 7 Jahren mit dem Beckengurt ist jedoch umstritten, in Amerika ist der „Loop-Belt“ sogar verboten (hier dürfen die Kinder nur von den Eltern festgehalten werden). Im Ernstfall können Kinder während Turbulenzen oder Zwischenfällen bei Start und Landung unter Umständen aus dem Beckengurt unten rausrutschen, oder sie ziehen sich im schlimmsten Fall lebensgefährliche Verletzungen der inneren Organe im Bauchraum zu.

Babys und Kinder bis 7 Jahren reisen deshalb in ihrem Kindersitz am sichersten.

Da Babys grundsätzlich keinen Anspruch auf einen Sitzplatz haben, müsste in diesem Fall ein extra Sitzplatz zum leicht ermäßigten Kindertarif gebucht werden (was online nicht bei jeder Airline für unter 2-jährige möglich ist).

Der Kindersitz muss sich mit dem im Flugzeug vorhandenen Zweipunkt-Beckengurt sichern lassen. Das Kind wird dabei im Sitz separat festgegurtet. Für das Flugzeug geeignete Kindersitze lassen sich am besten am „for use in aircraft“-Siegel erkennen. Die letzte Autorität ist jedoch beim Bordpersonal und dieses kann die Mitnahme des Kindersitzes in die Kabine unter Umständen verweigern. Ein Sitzerhöher ist, zumindest während Start und Landung, generell nicht erlaubt. Er gewährt dem Kind auch nicht mehr Sicherheit, sondern ermöglicht ihm allenfalls einen erhöhten Blick.

Kindersitze sind immer am Fenstersitz zu benutzen. Da man beim Befestigen in der Regel keine Hilfe vom Bordpersonal erhält, empfiehlt es sich, die Möglichkeit zu nutzen, mit Kindern als erstes an Bord der Maschine zu gehen. So hat man etwas Vorsprung beim Befestigen und Verstauen.

Der Nachteil eines Kindersitzes ist, abgesehen davon, dass nur wenige Modelle zugelassen sind, dass man dieses sperrige Gepäckstück während der gesamten Reise bei sich hat. Spätestens bei 2 Kindern wird dies impraktikabel. Eine von der amerikanischen Luftfahrbehörde zertifizierte und von quasi allen Airlines akzeptierte Alternative ist das Hosenträger-Gurtsystem CARES. Es ist klein und leicht, also gut im Gepäck zu verstauen und bietet Kindern von 1- 4 Jahren (10-20 kg; bis max. 1m) auf einfache Weise Sicherheit beim Fliegen. Dabei wird der Beckengurt durch ein hosenträgerähnliches Gurtssystem ergänzt, wodurch das Kind hinreichend gesichert wird.

Bei einigen Fluggesellschaften müssen zusätzlich installierte Rückhaltesysteme für Kinder in speziellen Formularen angemeldet und genehmigt werden. So kann es passieren, dass auch die CARES-Systeme von Vornherein von der Airline nicht zugelassen werden. Wir empfehlen jedoch aus eigener Erfahrung, das System einfach an Bord anzuwenden. Oft wissen die Flugbegleiter auch nicht im Detail, welche Systeme zugelassen sind oder begrüßen es eher, wenn man für zusätzliche Sicherheit sorgt.

Bisher haben wir nur bei einer Fluggesellschaft erlebt, dass wir aufgrund des CARES-Systems den Platz wechseln mussten: Es ist bei dieser Airline vorgeschrieben, dass das CARES-System nur in der hintersten Sitzreihe angewendet werden darf. Den Platzwechsel organisierte die Flugbegleiterin unkompliziert für uns.

Das CARES-Gurtsystem wird von uns ganz klar empfohlen und kann hier bei Amazon bestellt werden.

Kinder ab dem vollendeten 2. bis zu vollendeten 12. Lebenjahr müssen in jedem Fall einen eigenen Sitzplatz zum ermäßigten Kindertarif buchen. Die Ermäßigung liegt je nach Airline zwischen 20 und 33 Prozent.