Itsukushima-Schrein

Miyajima

Teil 6: Die heilige Insel

Ein wunderbarer Ort um Japan von seiner traditionellen Seite kennen zu lernen ist die Hiroshima vorgelagerte Insel Miyajima.  Der einmalig gelagerten Schrein Itsukushima direkt am Meer und eine imponierende buddhistische Tempelanlage am Fusse des Mt Misen geben einmalige Einblicke in die beiden grossen, sich schon fast ineinander vermischenden Religionen Japans: Shintoismus und Buddhismus. Langezeit war diese Insel heilig und durfte von normal Sterblichen nicht betreten werden. Davon zeugt auch ihre fast unberührte Natur im Inneren der Insel, welche in Japan eher selten zu finden ist.

Miyajima erreicht man über die Fähre und erreicht sofort den touristischen Teil der Insel, welcher sich erst einmal nur durch frei herumlaufendem Wild von anderen Orten Japans unterscheidet. Während es für die einen eine tolle Attraktion ist, derart zahme Rehe vorzufinden, sind die anderen von der Aufdringlichkeit und ihrem fragwürdigen Lebensraum indem sie trotz Verbotsschildern von jedermann gefüttert werden, eher irritiert. Sie gehören jedoch zum Bild dieses Ortes und verlaufen sich bis hin zur grossen Sehenswürdigkeit dieser Insel: dem Torii Gate des Itsukushima Schreins.

Itsukushima Schrein

Schon der Weg des im Wasser errichteten imposanten Torii Gate ist wunderschön: Ein breiter Weg führt von steinernen Laternen und Kiefern gesäumt, entlang des Wassers. Zwischen den Bäumen finden sich immer wieder Bänke, welche zum Verweilen und Geniessen dieses wunderschönen Ortes einladen, von welchem man auf die gegenüberliegenden Bergketten blickt. Die Laternen sind am Abend zudem erleuchtet und leiten so auf wunderbarer Weise den Weg zum ebenfalls am Abend beleuchteten Torii Gate. Das mächtige orangefarbene Eingangstor des Itsukashima Schreins ist bei Flut komplett vom Wasser umgeben. Bei Ebbe ist es hingegen sogar möglich, bis ran zu laufen.

Auch der Schrein selbst wurde so errichtet, dass er bei Flut auf dem Wasser zu schwimmen scheint, da seine Terrassen und Stege aufs Meer hinaus gebaut wurden. Die Anlage mit ihren wunderschönen meist in leuchtendem Orange gestrichenen Gebäuden und Gärten kann besichtigt werden. Über die mit grossen Papierlaternen gesäumten Holzstege zu laufen, die verschiedenen Schreine anzuschauen und die Japaner bei ihren heiligen Ritualen zu beobachten ist ein einzigartiges Erlebnis und ermöglicht einen besonderen Einblick in die Shintoistische Religion Japans.

Eigentlich findet man im ganzen Ort immer wieder religiöse Gebäude wie Gebetshallen oder die weithin sichtbare und wunderschöne fünfstöckige Pagode. Jede Etage steht für eines der 5 Elemente. Der Aufstieg hierhin lohnt sich, allein wegen der Aussicht. Zwar ist die Pagode selbst nicht für Besucher geöffnet, aber ein wunderschöner Höhenweg läd zu einem schönen Spaziergang ein und führt einen später zurück in den Ort.

Daisho-in Tempel

Da der Buddhismus und der Shintoismus in Japan an einigen Stellen schwer voneinander zu trennen sind und sich viele Japaner zu beiden Religionen bekennen, ist es auch nicht verwunderlich, dass sich auf dieser heiligen Insel auch eine ehrwürdige buddhistische Tempelanlage befindet.

Für uns war der Besuch dieser Anlage ein faszinierendes Erlebnis. Vieles des Gesehenen kann man ohne Hintergrundwissen nicht einordnen oder deuten, sondern einfach aufnehmen und staunen.

Die Daisho-in Tempelanlage ist, im Gegensatz zu den klaren und offenen und einfachen Formen des Schreins, geprägt von Details und Figuren. Der Aufstieg zur Anlage erfolgt über eine Steile lange Treppe, in deren Mitte verzierte Gebetsmühlen mit aufgeprägten Gebeten oder Mantras angebracht sind.

Daisho-in Tempel

Schon bald entdeckt man abseits des Weges unzählige verschiedene Buddha-Figuren in allen Grössen. Manche sind offensichtlich platziert, andere ganz versteckt. Unbedingt sehenswert sind die 500 Rakan Statues, welche links vom Eingangstor in einem hübschen Park die Stufen zum Tempel hin säumen. Alle von ihnen haben unterschiedliche Gesichter und Gesichtsausdrücke und während unseres Besuches hatten alle eine gehäkelte Mütze auf dem Kopf. Viele sehen kindlich aus und scheinen zu spielen. Andere meditieren oder blicken weise und aufmerksam während andere sogar grimmig oder traurig aussehen.

Auf der wunderschön angelegten Anlage verteilen sich neben weiteren grossen und kleinen Statuen verschiedene einzelne Tempel und Gebetsräume sowie Stätten für religiöse Rituale, welche fast alle zugänglich sind. Man kann somit hautnah dabei sein, wenn ein Mönch eine Zeremonie leitet oder Gläubige ihren Bräuchen nachgehen.

Die Gebäude sind innen wie aussen aufwändig mit detailreichen Schnitzereien verziert. Uralte Bäume spenden Schatten und hübsch angelegte Parks laden zum Staunen und Verweilen ein. Dieses Angebot sollte man nutzen, an so einem besonderen Ort hoch über der Stadt und mit einem wunderbaren Ausblick auf das Meer.

Mount Misen

Da man mit dem Aufstieg zur Tempelanlage bereits einige Höhenmeter hinter sich gebracht hat, bietet es sich an, auf dem direkt am Eingang beginnenden Wanderweg zum höchsten Berg der Insel zu wandern: dem Mount Miesen, 535m hoch.

Der gut ausgebaute Weg führt entlang eines kleinen Gebirgsbaches, welcher rauschend zu Tal strömt. Auf der anderen Seite des Baches kann man aus neuen Perspektiven noch einmal die Tempelanlage in ihrer ganzen Ausdehnung überblicken.

Entlang des Weges begegnet man immer wieder Schreine, Buddafiguren oder sonstige Orte für religiöse Rituale. Der Blick zurück gibt durch die Bäume immer wieder die Sicht auf das grosse im Wasser stehende Torii und die Ortschaft frei. Je höher man auf dem meist im Schatten liegenden Weg steigt, umso weiter kann man über das Meer zu den gegenüberliegenden Bergketten und den dazwischenliegenden kleinen Inseln blicken. Ausserdem lässt sich die unweit der Insel liegende Stadt Hiroshima sehr gut ausmachen. Die Aussicht vom Mount Misen ist wirklich lohnenswert. Nicht zuletzt, weil man einen guten Eindruck von der dicht bewaldeten Insel Miyajima bekommt und der wundervollen Umgebung, in der sie sich befindet.

mount miesen japan

Auf dem Gipfel gibt es eine Aussichtsplattform und etwas unterhalb eine Gondelstation, von welcher aus man wieder ins Tal fahren und sich vorher auch noch am nahegelegenen Restaurant etwas stärken kann.

Zudem gibt es auch auf dem Berg einige im Wald verborgen gelegene Buddhistische Tempel und Shinto Schreine zu welchen auf dem gut ausgeschilderten Weg immer wieder Wegweiser mit Entfernungsangaben weisen. Teilweise handelt es sich um einzelne in die Jahre gekommene Gebäude, andere hingegen sind gepflegte Anlagen mit erstaunlichen Ausmassen.

Teil 5
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