Die Wahl der richtigen Kreditkarte ist entscheidend

Ob für das Hotelzimmer, eine Bootstour oder das Mittagessen im Restaurant – die Liquidität ist entscheidend auf Reisen. Ein Zahlungsmittel, welches fast überall akzeptiert wird, ist die Kreditkarte. Da sie zudem Voraussetzung zum Buchen von Flügen, Mieten von Autos und teilweise auch Reservieren von Übernachtungen ist, darf sie auf keiner Reise fehlen.

Doch Kreditkarte ist nicht gleich Kreditkarte. Es gibt massive Unterschiede, über welche man sich informieren sollte, bevor man die Entscheidung darüber trifft, wer auf der nächsten Reise sein treuster Begleiter sein soll.

4 Arten von Kreditkarten

Je nachdem, was einem an einer Kreditkarte wichtig ist, kann zwischen vier verschiedenen Arten gewählt werden.

Die Charge Kreditkarte und die Revolving Kreditkarte sind Kreditkarten im eigentlichen Sinn: beim Bezahlen mit diesen Karten wird das Konto nicht direkt belastet. Der Bankkunde erhält von der Bank einen Kreditrahmen, welchen er monatlich voll ausschöpfen kann. Zum Monatsende erfolgt die Rückzahlung des kompletten Betrags oder in Teilbeträgen. Die Möglichkeit der Ratenzahlung ist selbstverständlich mit entsprechenden Zinsen verbunden.
Während die Prepaid Kreditkarte lediglich über den aufgeladenen Betrag verfügt, wird bei der Debit Kreditkarte beim Bezahlen das angeschlossene Girokonto direkt belastet und ist somit vom entsprechenden Guthaben auf dem Konto abhängig.

Um auf Reisen den besten Überblick über seine Finanzen zu haben, können wir die Debit Kreditkarte empfehlen. Falls man als Minderjähriger eine Kreditkarte benötigt, kommt nur die Prepaid Kreditkarte in Frage.

Wir haben die wichtigsten Fakten der vier Kreditkarten zusammengestellt

Verfügungsrahmen

Der wöchentliche bzw. monatliche Einsatz jede Kreditkarte ist durch ein Verfügungslimit beschränkt. Dieses wird dem Kunden unabhängig vom Guthaben auf dem Konto oder der Karte, jedoch abhängig von der Bonitätsprüfung vom Kreditinstitut gesetzt. Die Höhe des Verfügungsrahmens ist unbedingt vor der Reise zu prüfen. Gerade beim Bezahlen hoher Summen, beispielsweise des Mietautos, kann man schnell an das Limit kommen. Überschreitet der Betrag gar das Limit, kann die Zahlung gar nicht getätigt werden. Für die Liquidität der nächsten Tage sei eine zweite Geldkarte empfohlen.

Master oder Visa

Die zwei grössten, bekanntesten und auch am meisten akzeptiertesten Kreditkarten sind die Karten der Kreditkartenherausgeber Visa Europe und MasterCard Worldwide. Obwohl die Visacard tendenziell stärker in Asien und die Mastercard eher in den USA vertreten ist, haben beide Karten weltweit grundsätzlich eine ähnlich hohe Akzeptanz (jeweils über 20 Mio Akzeptanzstellen). Es spielt fast keine Rolle, für welche man sich entscheidet. Wichtiger sind die Konditionen und Gebühren, sowie mit der Karte verbundenen Programme und Versicherungen.

Wer auf Weltreise jedoch ganz sichergehen will, nimmt am besten beide Karten mit. Die Barclaycard bietet zum Beispiel auch beide im Packet an.

Konditionen der Kreditkarte

Wer sich über Kreditkarten informiert, wird feststellen, dass sowohl „kostenlose“ als auch „gebührenfreieKreditkarten angeboten werden. Diese beiden Begriffe bedeuten keinesfalls das gleiche: Für „kostenlose“ oder auch „beitragsfreie“ Kreditkarten wird kein Jahresentgelt fällig.

Dafür werden beim Benutzen der Karte Gebühren fällig, welche nicht unerheblich sind. Über die Höhe folgender Gebühren sollte man sich im Vorfeld informieren:

  • Gebühren für Bargeldauszahlung am Geldautomaten oder Schalter im In- und Ausland
  • Auslandseinsatzentgelte im Ausland / in Ländern, außerhalb der Europäischen Währungsunion
  • Überweisungsgebühren
  • Gebühren beim Bezahlen mit Kreditkarte im Internet
  • Überziehungszins

In all diesen Gebühren können sich die Karten erheblich voneinander unterscheiden. Hier muss man sich gut überlegen, für welchen Zweck man die Karte vorrangig einsetzen möchte und dann vergleichen.

Alternativ zur «kostenlosen» Kreditkarte werden auch die sogenannten «gebührenfreien» Kreditkarten angeboten. Für diese Karten ist in der Regel ein Jahresentgelt fällig. In den Bedingungen sollte zudem genau studiert werden solle, von welchen Gebühren bei Benutzung der Karte man tatsächlich befreit ist.

Bonusprogramme

Weiterhin ist es sinnvoll, auch die Bonusprogramme, welche mit der Kreditkarte angeboten werden können, im Blick haben. Dabei werden beim Bezahlen mit der Kreditkarte Werteinheiten (Geldprämein, Meilen, Cash-Back, etc.) gesammelt, welche zu einem späteren Zeitpunkt in einen Sachwert oder eine Auszahlung «eingetauscht» werden können.

So mag es vielleicht sinnvoll sein eine Kreditkarte zu wählen, welche nicht kostenlos oder gebührenfrei ist, wenn man vom Bonusprogramm optimal profitieren kann.

Folgende Bonusprogramme gibt es:

  • Kreditkarten mit Prämienmeilen (z.B. Miles and More)
  • Kreditkarten mit Bonussystemen bei Einsatz (z.B. Tankrabatt / Rabatt beim Automieten)
  • Kreditkarten mit einer Geldprämie (z.B. Payback Punkte Sammeln)
  • Kreditkarten mit Cash-Back-Möglichkeiten, d. h. „Geld zurück“

Je nachdem, was für eine Reise man plant, solle man darüber nachdenken, ob das eine oder andere Bonussystem für einen wertvoll sein könnte.

Plant man einen Roadtrip durch Amerika, empfiehlt sich beispielsweise die Kreditkarte vom ADAC. Bei jedem Tanken erhält man einen Rabatt und es sind zusätzlich interessante Versicherungsvorteile enthalten.

Wer während einer längeren Auszeit mit vielen Flügen um die Welt fliegt ist mit einer Prämienmeilenkarte beispielsweise von Miles and More gut beraten. Werden alle Flüge über diese Karte bezahlt, erhält man irgendwann einen gratis Flug oder ein Upgrade in die nächst bessere Klasse.

Zudem sind in vielen Kreditkarten sowieso diverse Versicherungen enthalten, sofern der gesamte Urlaub über dieser Karte bezahlt wird.

Abwägen, informieren und vergleichen lohnt sich. Und vor allem sind die Bedingungen vor Abschluss genau zu studieren.

Zweite Kreditkarte

Bei einem Urlaub in Deutschland oder Europa sollte eine Kreditkarte ausreichend sein. Meist hat man nebenbei auch noch eine Girocard, welche zur Zahlung oder zum Geldabheben in Europa genutzt werden kann.

Obwohl die Maestro- im Gegensatz zur V-Pay-Karte auch ausserhalb von Europa akzeptiert wird, empfehlen wir eine zweite Kreditkarte mitzunehmen, sobald man Europa verlässt. Immerhin ist die Akzeptanz einer Kreditkarte weltweit höher, als die einer Giorocard. Zudem haben viele Giorocards ein Verfügungslimit im Ausland, welches abgefragt werden sollte, bevor man sich im Urlaub darauf verlässt.

Kreditkarten haben ebenfalls Verfügungslimits, welche das Kreditkarteninstitut jedoch individuell festsetzt. Je nach Höhe des Limits und der im Urlaub zu bezahlenden Beträge, sollte berücksichtigt werden, dass dieses schnell ausgeschöpft sein kann. Eine zweite Karte ist zum Überbrücken der nächsten Tage dringend empfohlen.

Zudem kann es passieren, dass im Urlaubsand Limits zum Abheben von Bargeld auferlegt werden.  So gab es beispielsweise in Indien im November 2016 eine Bargeldreform zur Bekämpfung des Schwarzmarktes. Über Nacht konnten plötzlich nicht mehr als 2000 Ruppien abgeholt werden, was knapp 30 Euro entsprich. Auch hier ist man mit einer zweiten Karte etwas weniger eingeschränkt.

Auch bei über 20 Mio Akzeptanzstellen für Kreditkarten weltweit wird man auf einer fernen Auslandsreise irgendwann das Erlebnis haben, dass die eigene Kreditkarte eben doch nicht akzeptiert wird. Die Situation lässt sich meist entschärfen, wenn man eine zweite Karte als Option bei sich hat, welche zur Zahlung eingesetzt werden kann oder mit welcher man irgendwo den entsprechenden Betrag bar beziehen kann.

Wir haben bereits über das Thema Sicherheit gesprochen. Wiederfährt es einem, dass tatsächlich eine Kreditkarte gestohlen wurde bzw. gesperrt werden musste, ist man mit einer zweiten Karte nicht total handlungsunfähig.

Wie sehr man auch auf Nummer Sicherheit gehen möchte, sollte man jedoch auch die Kosten im Blick haben. Gerade bei Kreditkarten mit Jahresgebühr belastet eine zweite Kreditkarte die Reisekasse nicht unerheblich.

Sicherheit

So praktisch und notwendig Kreditkarten auf Reisen auch sein mögen, so sind sie auch von Missbrauch gefährdet. Um sich zu schützen, empfehlen wir einige einfache Regeln zu beachten:

  1. Die Kreditkarte sollte immer am Mann sein und niemals einfach abgelegt werden. Auch im Hotelsafe sind Kreditkarten nicht zwangsweise sicher.
  2. Werden zwei Kreditkarten mit auf Reisen genommen, ist es ratsam diese getrennt aufzubewahren, dass im Fall eines Diebstals die zweite Karte genutzt werden kann.
  3. Falls etwas hinterlegt werden soll, bietet sich eher der Führerschein an – die Kreditkarte sollte niemals aus der Hand gegeben werden.
  4. Die PIN sollte möglichst nicht aufgeschrieben mitgeführt werden. Wenn man dies dennoch tun möchte, raten wir zu einer verschlüsselten Schreibweise, indem man beispielsweise jede Zahl der PIN mit der gleichen Zahl addiert und dann notiert.
  5. Beim Onlinebanking empfehlen wir dringend die Einrichtung eines VPN.
  6. Die Kartenspeernummer sollte auf jeden Fall im Handy eingespeichert sein. Ab dem Zeitpunkt der Verlustmeldung ist die Haftung in der Regel beim Kreditkareninstitut (siehe jeweilige AGB beim Abschluss).
  7. Die Prüfung der monatlichen Abrechnung ist Pflicht. Es kommt immer wieder vor, dass auch Beträge zwei Mal abgezogen werden, weil die Zahlung vermeintlich beim ersten Mal nicht funktioniert hat. Bei Meldung bucht das Kreditkarteninstitut dies zurück.
  8. Phishing Mails sind im Bereich des Onlinebankings sehr verbreitet. Die Mails sind hochprofessionell und sehen vertrauenswürdig aus. Generell sollte niemals aufgrund von E-Mails die Kartennummer sowie weitere Angaben im Internet preisgegeben werden. Eine Bank oder ein Kreditinstitut würde niemals derartige Abfragen online machen.