beppu japan

Japans Quellen

Teil 5: Geothermale Wunderquellen in Beppu

Die einen empfinden Beppu für zu touristisch, die anderen sagen, man muss es auf einer Japanreise gesehen haben. Wir haben es besucht und ich muss beiden Stimmen zustimmen, denn die geothermischen Aktivitäten gehören schliesslich zu Japan einfach dazu. Ob man sie an einem anderen Ort ähnlich, jedoch natürlicher bestaunen kann, weiss ich leider nicht.

Bei uns standen die Höllen von Beppu jedenfalls auf dem Programm und viele davon waren sehr sehenswert. In der Regel kauft man sich einen Pass, mit welchem man Zutritt zu allen Höllen erhält, da jede für sich Eintritt nimmt. Zudem kann man kostenlos mit dem Bus fahren, welcher alle miteinander verbindet. Sie liegen teilweise 3km auseinander.

beppu kirschbluete

Für einen derart touristischen Ort ungewöhnlich, sind sowohl die Hinweis- und Eingangsschilder der Höllen, als auch das gesamte Bussystem ausschliesslich japanisch beschriftet. Da heisst es Zeichen vergleichen, denn einen Übersichtsplan haben wir ja erhalten. So ist der ganze Besuch abenteuerlicher als gedacht, aber ans Ziel kommt man trotzdem.

Während die einen Höllen leider hoffnungslos zubetoniert und eingemauert wurden, werden andere durch sehr schön angelegte Parks aufgewertet. Die intensiven Farben der Höllen geben tolle Kontraste ab. So ist es eine wahre Freude, diese Naturphänomene zu bestaunen und sich in der umliegenden Anlage aufzuhalten. An einigen, im Plan markierten, Höllen, gibt es die Möglichkeit ein angenehmes Fussbad im warmen Thermalwasser zu nehmen. Wer kein Handtuch für seine Füsse dabei hat, kann sich entweder eins kaufen oder durch Sammeln von Stempeln verdienen.

Empfehlenswert sich auch die kulinarischen Besonderheiten, welche über dem Dampf oder im Wasser der heissen Quellen gegart werden. Am typischsten sind die Eier, deren Eiweiss vom Garprozess im Thermalwasser eine braune Färbung erhält, und welche dadurch würziger schmecken. Im ganzen Land beliebt ist auch der Pudding, welcher nur aus Milch, Zucker und Eiern besteht und auf die gleiche Weise gegart wird. Zudem werden auch über dem heissen Dampf gegarte Hefeteigtaschen mit unterschiedlichen Füllungen angeboten.

Während wir uns in vielen Höllen sehr wohl gefühlt haben, so beschämend war es in anderen. Denn zwei unspektakuläre heisse Seen wurden zum einen durch eine Anlage mit (ebenfalls über dem heissen Dampf ausgebrüteten) Krokodilen und zum anderen durch Aquarien versucht aufzuwerten. Jedoch ist die nicht artgerechte Tierhaltung ein Grund, diese Orte nicht aufzusuchen.

Ebenfalls enttäuschend war leider der Geysir. Er wurde in eine Beton-Stein-Hülle gepresst, an welcher zu allem Überfluss hässliche Schilder montiert wurden. Zwar ist das Phänomen des Geysirs nach wie vor fesselnd, jedoch ist er Aufgrund der baulichen Massnahmen leider kein einziges Foto wert.

Während die Höllen von Beppu vor allem etwas fürs Auge sind, wird das heisse Thermalwasser auch gern genutzt, um damit in einer japanischen Badeanstalt, dem Onsen, den Körper zu verwöhnen. Beppu ist ein wunderbarer Ort dafür, ein Bad im Onsen zu geniessen. Was dabei zu beachten ist, erzähle ich im folgenden Beitrag.

Teil 4
Teil 6