Hurtigroute mit Kind

Mit der nächsten Reiseetappe erfüllten wir uns einen kleinen Traum: die Fahrt mit der Hurtigroute. Neben dem Genuss, mit einem der Postschiffe entlang Norwegens Westküste unterwegs zu sein, brachte uns die Fahrt nach Ålesund den Vorteil, dass wir uns eine stundenlange Autofahrt gespart haben, die unser Sohn und wir lange nicht so hätten geniessen können.

Das Schiff legte am Abend 20:00 in Bergen ab und erreichte Ålesund am nächsten Morgen gegen 8:45. Bequemer hätten wir die Strecke kaum bestreiten können, als schlafend auf einem Kreuzfahrtschiff. Da die Route der Hurtigroute in Bergen beginnt, gehen entsprechend viele Leute an Bord, so dass das Check-In recht zeitintensiv hier ist. Das Auslaufen aus dem abendlichen und beleuchteten Bergen ist dann jedoch ein echtes Erlebnis.

Zwar sind die Kabinen recht klein, aber dafür sind die sonstigen Aufenthaltsräumlichkeiten auf dem Schiff geräumig und vielfältig. Wenn man sich nicht gerade in der Kabine aufhält und schläft, wird es auf dem Schiff nicht so schnell langweilig. Bei Tageslicht wird man wahrscheinlich die vorbeiziehenden Landschaften geniessen, welche teilweise auch kommentiert wird.

Die Nacht auf dem Schiff war so entspannt, wie erwartet. Zwar hatten wir durch eine vorab angekündigte Fahrt durchs offene Meer etwas Seegang in der Nacht, aber etwas Schaukeln gehört beim Übernachten auf einem Schiff einfach dazu.

Am Morgen ist es einfach ein Genuss, sich am reichhaltigen Frühstücksbuffet zu bedienen und dabei die Küstenlandschaft Skandinaviens vorüber ziehen zu sehen.

Der Hurtigrouten-Fahrplan spielte uns ein zweites Mal in die Karten: Nach dem Erreichen von Ålesund am Morgen, stand als nächstes der Hjørundfjord auf dem Programm (im Sommer ist es der Geirangerfjord). Das Schiff fährt in den Fjord, legt für einige Stunden an, während deren ein Landgang angeboten wird. Auf dem Rückweg hält es gegen Abend noch einmal in Ålesund für wenige Stunden. Wann wir das Schiff in Ålesund verlassen, war also uns überlassen. So konnten wir eine Fjordfahrt geniessen, ohne Aufpreis zahlen zu müssen.

Für den Landgang im Hjørundfjord konnte man verschiedene Programme buchen. Es war jedoch auch möglich, einfach auf eigene Faust das kleine autarke Fischerdörfchen und die darum liegende Landschaft zu entdecken. Da das Hurtigroute-Schiff zu gross ist, um am Anleger des 50-Seelen-Ortes Urke anzulegen, wurde ein Beiboot eingesetzt, welches regelmässig Passagiere an Land und wieder zurück zum Schiff brachte. Bei einem Mix aus Sonne und Wolken die Landschaft dieses wunderschönen Fjordes zu geniessen war wirklich einmalig, da sich durch die Wolkenlöcher tolle Stimmungen ergaben. Am Anblick der mächtigen Berge, der satten Wiesen, dem Fjord und der darauf wartenden Hurtiroute konnte man sich kaum satt sehen.

hurtigroute urke