Schaukeln über dem Hjorundfjord

Sucht man Idylle, Abgeschiedenheit, atemberaubende Natur sowie Tradition, sollte man den Hjørundfjord in Norwegen aufsuchen. 33 km lang erstreckt sich die markante Fjordlandschaft gerade von Ålesund aus ins Landesinnere. Steil fallen die Berghänge der majestätischen Berge bis zum glasklaren Fjord hinab und prägen so die spektakuläre Landschaft rund um den Hjørundfjord. Dies ist ein Paradies für Wanderer, Angler und alle anderen Naturfreunde.

Einen schöneren Platz um das Land und seine Leute kennen zu lernen, gibt es kaum. Die Bewohner des Fjordes leben in kleinen abgeschiedenen Ortschaften, welche nur aus wenigen Häusern bestehen. Teilweise sind sie nicht einmal über den Landweg zu erreichen. In fast allen Orten gibt es Campingmöglichkeiten oder gemütliche Hütten, welche mitten in der schönsten Natur liegen. Den Fjord vor der Nase und die Berge im Rücken ist dies ein Platz im Paradies.

Die Berge der Sunnmøre-Alpen laden natürlich zum Mountainbiken und Wandern ein. Es gibt eine Vielzahl anspruchsvoller Gipfel zu erzwingen oder man umrundet gleich den ganzen Fjord in einer einwöchigen Tour. Auch die leichteren Wanderunen belohnen mit einem spektakulären Blick auf den wunderschönen Fjord. Trotz der Abgeschiedenheit ist man nie ganz allen: Auf den Wegen in die Natur trifft man auf die Tiere der Bauern in dieser Region, welche auf den Wiesen rund um die Ortschaften weiden. Sie gehören zur Lebensgrundlage der Menschen hier, denn sie versorgen sich weitestgehend selbst. Ein wichtiger Bestandteil davon ist natürlich auch der Fischfang. Was für die Einwohner zur Lebensgrundlage gehört, ist für die Urlauber ein Hobby, dem sie hier wunderbar nachkommen können.

Im Sommer läd der Fjord natürlich auch zum Paddeln oder Kajaking ein. Es ist ein lohnenswerter Perspektivwechsel, die dramatische Bergwelt vom Wasser aus zu erleben. Wenn es warm genug ist, ist es ein Genuss im Fjord schwimmen zu gehen und sogar Taucher kommen auf ihre Kosten.

Ein Highlight im Hjørundfjord ist das Hotel Union in Øye. Auch wenn man nicht vorhat, in dem nostalgischen Hotel zu übernachten, ist es ein Ausflug wert, da die einzigartige und abgeschiedene Lage und das stilvolle Ambiente sehenswert sind und das Essen köstlich ist. Man fühlt sich fast ein bisschen königlich, wenn man sich in diese Welt des letzten Jahrhunderts begibt. Sogar das Personal ist entsprechend gekleidet. Man bekommt fast das Gefühl, in einem Museum zu übernachten, denn die Einrichtung und Dekoration ist liebevoll und authentisch zusammengestellt und beinhaltet sogar noch Originalstücke aus der Zeit, als echte Könige hier logierten. Alle Zimmer sind einzigartig und nach berühmten Persönlichkeiten benannt, die darin einst übernachteten. Ein Besuch dieses wunderbaren und warmherzigen Ortes ist ein echtes Erlebnis. Und sei es nur auf ein erstklassiges Essen mit wundervoller Aussicht. Das Hotel wird von Mitte Juni bis Mitte August auch von Ausflugsschiffen von Ålesund aus angefahren, wobei man Hin- und Rückfahrt an unterschiedlichen Tagen buchen kann.

Aus einer anderen Epoche ist das Wikinger-Pub Chrisians Gaard in Trandal. Wenn es sich einrichten lässt, sollte man zu einem der legendären Open-Air-Veranstaltungen gehen, die hier zweimal im Sommer stattfinden. Die abgeschiedene Lage am Fjord und das gemütliche, rustikale Ambiente machen diesen Ort zu etwas Besonderem. Auch hier können urige Hütten gemietet werden oder man geht einfach auf ein Bier im Pub vorbei. Ausserhalb der Saison sollte man jedoch vorher anrufen, ob geöffnet ist. Denn Trandal ist nur dreimal am Tag über eine Fähre erreichbar. Neben dem wunderbaren Flair des Pubs gibt es einen weiteren Grund, Christians Gaard zu besuchen: die wohl schönste Schaukel der Welt! Abgesehen davon, dass sie in mitten dieser atemberaubenden Natur mit Blick auf die mächtigen Berge des Hjørundfjord an einem hohen Baum befestigt ist, ist das Schaukeln an sich ein echtes Erlebnis. Denn mit dieser Schaukel schaukelt man nicht einfach hin und her. Setzt man sich darauf und holt Schwung – dann fliegt man direkt hinaus auf den wunderschönen Fjord, dass es im Bauch kitzelt… ein unbeschreibliches Gefühl.

In den Cafes oder von den Einwohnern selbst betriebenen Geschäften im Ort kommt man schnell in Kontakt mit den Menschen, die hier leben. Sie freuen sich über Besucher in ihrem Ort und es ist interessant mehr über ihr Leben im Fjord zu erfahren. Die meisten Ortschaften sind weitestgehend autark und haben sogar ihr eigenes Kraftwerk. Eine Gärtnerei sorgt für frisches Gemüse, der Fjord bietet den Fisch und auf den Wiesen rund um die Ortschaften grasen die Schafe und Ziegen.

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